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Warum unterscheiden sich die biblischen Wunder von denen in anderen Wunderberichten?

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Warum unterscheiden sich die biblischen Wunder von denen in anderen Wunderberichten? © zelg - istockphoto.com

Manche Leute glauben, die in der Bibel aufgezeichneten Wunder machten es unmöglich, die Schrift ernst zu nehmen. Sie werden mit der griechischen Mythologie und anderen Erzählungen von übernatürlichem und Bizarrem verglichen. Statt ihre Grundlagen zu untersuchen, stellt man sie sofort mit Legenden und Volksfrömmigkeit gleich. 

Zugegeben, es gibt aus den Tagen unseres Herrn unter den Griechen und Römern viele Geschichten, die so phantastisch und lächerlich sind, dass sie ernsthafte Überlegungen nicht rechtfertigen. Dies steht in völligem Gegensatz zu den biblischen Wundern, die niemals eine gedankenlose Schaustellung des Übernatürlichen bieten.

Einfach zu sagen, weil manche übernatürlichen Ereignisse lächerlich und unwahr sind, ist jedes übernatürliche Geschehen oder Wunder, von dem berichtet wird, unwahr, ist fehlerhafte Beweisführung. Es bedeutet »Schuldspruch« durch unbedachte Gleichsetzung, man könnte auch sagen: Das Kind mit dem Bade ausschütten.

Die im Neuen Testament zur Bezeichnung von Wundern gebräuchlichen Wörter sind solche, die eine Vorstellung von übernatürlichen Kräften‹ ausdrücken. Dies sind die Wörter, die nicht nur von den Verfassern des Neuen Testaments verwendet werden, sondern auch von den griechischen Mythen. Doch im biblischen Bericht erscheint ein zusätzliches Wort, das selten, wenn überhaupt, von den griechischen und römischen Autoren gebraucht wird.

Das Wort ist ›Zeichen‹, womit die Bezeichnung eines Wunders oder ein wunderbarer Beweis gemeint ist. Johannes sagt am Ende seines Evangeliums: »Noch viele andere Zeichen, die in diesem Buch nicht aufgeschrieben sind, hat Jesus vor den Augen seiner Jünger getan. Diese aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Messias ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen« (Johannes 20,30-31).

Die Wundergeschichten, wie sie die Bibel berichtet, dienen immer einem bestimmten Zweck und niemals der Prahlerei. Es gibt immer einen logischen Grund dafür. Zum Beispiel waren da 5.000 Menschen, die sofort Nahrung brauchten, und diese wurde prompt auf wunderbare Weise beschafft (Lukas 9,12-17).

Bei einem Hochzeitsfest in Kana war der Wein ausgegangen. Jesus behob diesen Mangel, indem er Wasser in Wein verwandelte (Johannes 2,1-11). Die Wunder Jesu wurden aus Liebe und Erbarmen für die Leidenden getan. Sie waren auch als objektive Zeichen für die Menschen gemeint, dass er der versprochene Messias war, da eine der Beglaubigungen des Messias Zeichen und Wunder sein sollten.

Auf diese Tatsache wies Jesus hin, als er von zwei Boten Johannes des Täufers über seine Identität befragt wurde. »Geht und berichtet Johannes, was ihr höret und seht: Blinde sehen wieder, und Lahme gehen; Aussätzige werden rein, und Taube hören; Tote stehen auf, und den Armen wird das Evangelium verkündet« (Matthäus 11,4-5).

Wenn man die wunderbaren Berichte in der Bibel und besonders in den Evangelien liest, muss man die Tatsache beachten, dass die Wunder von den Kritikern nicht geleugnet wurden. In seinem Leben und Wirken wurde Jesus niemals gefragt, ob er Wunder vollbrachte; er wurde immer gefragt, wie er fähig war, sie zu bewirken. Man wollte wissen, woher er die Macht und Autorität erhielt (Matthäus 21,33).

Es war ihnen unmöglich, zu leugnen, dass er wunderbare Dinge tat; buchstäblich Hunderte von Menschen waren geheilt worden, und es gab keine andere Erklärung dafür. Die Tatsache seiner Wunder stand nicht zur Diskussion. Sie konnten nicht geleugnet werden. Am Pfingsttag, weniger als zwei Monate nach der Kreuzigung Jesu, sagte Simon Petrus zu einer großen Versammlung: »Jesus den Nazaräer, den Gott vor euch beglaubigt hat durch machtvolle Taten, Wunder und Zeichen, die er durch ihn in eurer Mitte getan hat, wie ihr selbst wisst ...« (Apostelgeschichte 2,22).

Petrus behauptet hier, vor einer feindseligen Menge, dass die Menschen selbst die Wunder Jesu kannten. Allein schon die Tatsache, dass er nicht sofort niedergeschrieben wurde, zeigt, dass die Wunder, die Jesus vollbracht hatte, jedermann gut bekannt waren.

Ein Zeugnis aus erster Hand für das Wunderbare ist et-was, das es weder in anderen Religionen noch in der griechischen oder römischen Mythologie gibt. Der ehrliche Bericht von den übernatürlichen Werken, die in die natürliche Ordnung einbrechen, wird für uns in der Bibel durch Augenzeugen dieser Ereignisse festgehalten.

All diese Betrachtungen demonstrieren den qualitativen Unterschied der biblischen Wunder. Es ist nun wichtig zu überlegen, warum die Wunder abgelehnt werden. Ein Grund dafür, dass diese Wunder geleugnet werden, ist der, dass sie nicht in das Weltbild vieler Menschen passen. Sie haben niemals ein Wunder erlebt, und sie schließen daraus, dass Wunder nicht geschehen können bzw. unmöglich sind.

Statt die Beweise für das Wunderbare zu untersuchen, wird die ganze Idee von vornherein als vollkommen unmöglich ausgeschlossen. Das ist keine angemessene Wei-se, mit dieser Frage umzugehen, da nur jemand mit der Kenntnis aller vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Ereignisse die Möglichkeit von Wundern ausschließen könnte.

Es gibt ein passendes historisches Beispiel für die Dummheit, etwas von vornherein auszuschließen, weil es nicht in das eigene Weltbild passt. Als die Entdecker erstmals nach Australien kamen, trafen sie auf ein Tier, das allen Regeln der Systematik Hohn sprach. Sie entdeckten ein halb im Wasser lebendes, eierlegendes Säugetier, mit einem breiten, flachen Schwanz, Schwimmfüßen und einer Schnauze, die einem Entenschnabel glich. Dieses Tier nannten sie Schnabeltier.

Bei ihrer Rückkehr in die Heimat teilten sie der Welt ihren Fund mit. Die Leute betrachteten ihren Bericht als Betrug, da kein Tier, wie das oben beschriebene, überhaupt existieren konnte. Obwohl die Aussage von ehrbaren Augenzeugen stammte, wurde sie auf Grund ihres Weltbildes zurückgewiesen.

Sie gingen ein zweites Mal nach Australien und kehrten mit dem Fell eines toten Schnabeltiers zurück. Wieder beschuldigten die Leute sie des Betruges. Offenbar nahmen diese Leute den Ausspruch Benjamin Disraelis ernst: »Ich habe es mir zur Regel gemacht, nur das zu glauben, was ich verstehe« (The Infernal Marriage, Teil 1, Kap.4). Aber, wie Charles Caleb Colton gesagt hat: »Wer nur das glaubt, was er voll begreifen kann, muss einen sehr langen Kopf oder einen sehr kurzen Glauben haben« (Frank Mead, S. 17, Encyclopedia of Religious Quotations).

Unglücklicherweise nehmen viele Menschen diese Haltung ein und sprechen das Urteil, ehe sie die Beweise untersucht haben. Diese Einstellung ist nicht nur unwissenschaftlich, sondern sie kann auch für den, der sie vertritt, gefährlich sein. Wenn es einen Gott gibt und wenn er sich durch das Wunderbare offenbart hat, dann beraubt sich der Mensch seiner einzigen Möglichkeit, dies herauszufinden.

Indem er sich weigert, die Möglichkeit zu akzeptieren, dass Gott auf übernatürliche Weise in die Geschichte ein-greift, zerstört er seine einzige Hoffnung darauf, den Sinn des Lebens zu verstehen. Daher ist es von höchster Bedeutung, die Möglichkeit von Wundem zumindest in Betracht zu ziehen, weil die Ewigkeit auf dem Spiel steht. Tatsächlich, »es gibt mehr Ding' im Himmel und auf Erden, Horatio, als unsre Schulweisheit sich träumen lässt«.

Aus „Das kann ich nicht glauben! Antworten auf skeptische Fragen" von Josh McDowell. Christliche Literatur-Verbreitung (CLV), 33661 Bielefeld. Hier veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Verlages.

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Josh McDowell

Joslin „Josh“ McDowell (* 17. August 1939 in Union City 1939) ist ein evangelikaler US-amerikanischer Apologet, Erweckungsprediger und Autor.